Gemeinsam gegen Rassismus- Bildungsinitiative Ferhat Unvar

Am vergangenen Donnerstag durften wir an einem Workshop der Bildungsinitiative Ferhat Unvar teilnehmen. Der Workshop hat uns nicht nur zum Nachdenken angeregt, sondern uns auch gezeigt, wie wichtig es ist, sich mit Rassismus auseinanderzusetzen, zuzuhören und gemeinsam Verantwortung zu übernehmen.

Zu Beginn erhielten wir einen Einblick in den rassistischen Terroranschlag vom 19. Februar 2020 in Hanau. Bei diesem Anschlag wurden neun Menschen aus rassistischen Motiven ermordet. Einer der Betroffenen war Ferhat Unvar, dessen Namen und Werte die Bildungsinitiative bis heute weiter trägt.

Gerade für viele unserer jüngeren Azubis war es besonders wichtig, sich noch einmal bewusst mit diesem Ereignis auseinanderzusetzen. Einige von uns hatten den Anschlag zwar schon einmal gehört, kannten aber die Hintergründe und die persönlichen Geschichten der Betroffenen noch nicht genauer.

Nach einer Präsentation über die Tat und die Opfer hatten wir die Möglichkeit, Fragen zu stellen und mehr über die Menschen hinter den Namen zu erfahren. Wir hörten von ihren Träumen, Wünschen und ihrem Leben.

Ein besonders bewegender Moment war die Auseinandersetzung mit Zitaten von Ferhat Unvar. In kleinen Gruppen beschäftigten wir uns mit seinen Worten, teilten unsere Gedanken und diskutierten darüber, welche Bedeutung sie für uns heute haben.

Das Zitat „Tot sind wir erst, wenn man uns vergisst.“ ist uns dabei besonders im Gedächtnis geblieben. Es erinnert uns daran, wie wichtig es ist, die Opfer nicht zu vergessen, ihre Geschichten weiterzuerzählen und sich für eine Gesellschaft einzusetzen, in der jeder Mensch respektiert wird.

Im weiteren Verlauf des Workshops ging es darum, verschiedene Aussagen und Alltagssituationen zu betrachten. Wir sollten selbst einschätzen, ob wir eine Aussage als diskriminierend empfinden, und anschließend unsere Meinungen miteinander austauschen.

Dabei wurde deutlich, dass Diskriminierung nicht immer auf den ersten Blick erkennbar ist. Manche Situationen wirken für die einen vielleicht harmlos, können für andere jedoch verletzend sein oder persönliche Erfahrungen wachrufen. Der offene Austausch hat uns geholfen, unterschiedliche Perspektiven kennen zulernen und sensibler für die Gefühle anderer zu werden.

Zum Abschluss bildeten wir Gruppen und entwickelten eigene Rollenspiele. Darin stellten wir zunächst eine diskriminierende Situation dar und zeigten anschließend, wie man in derselben Situation respektvoller und bewusster handeln könnte. So konnten wir gemeinsam überlegen, wie Zivilcourage im Alltag aussehen kann und was jeder Einzelne von uns gegen Diskriminierung tun kann.

Der Workshop hat uns gezeigt, dass Rassismus und Diskriminierung keine Themen sind, die wir einfach ignorieren dürfen. Sie betreffen unsere Gesellschaft und können auch in unserem Alltag vorkommen. Umso wichtiger ist es, hinzuschauen, zuzuhören und sich gegenseitig mit Respekt zu begegnen.

Wir bedanken uns herzlich bei der Bildungsinitiative Ferhat Unvar für diesen eindrucksvollen Workshop, die offenen Gespräche und die wertvollen Denkanstöße. Danke, dass ihr uns die Geschichten der Betroffenen näher gebracht und uns ermutigt habt, selbst Verantwortung zu übernehmen.

Denn Veränderung beginnt damit, dass wir nicht wegsehen, sondern gemeinsam handeln.

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